Mai 172010
 

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat Krankenhauskollegen zum Streik aufgerufen. In einer Urabstimmung hatten 93 % der Mitglieder für den Ausstand gestimmt. In Schleswig-Holstein sind die Sana-Kliniken Eutin und Oldenburg betroffen.

Der Marburger Bund hatte bei den im April gescheiterten Tarifverhandlungen ein Plus von 5 % gefordert sowie eine deutlich spürbare Erhöhung der Entlohnung für Nacht- und Wochenenddienste. Die Notfallversorgung in den streikenden Abteilungen wird selbstverständlich in vollem Umfang erhalten, länger geplante Operationen könnten aber verschoben werden.

Bericht der Kieler Nachrichten

Bericht der Süddeutschen Zeitung

Mrz 262010
 

Laut “Dienst nach Vorschrift” – also nur die gesetzlich absolut vorgeschriebene und mit dem Regelleistungsvolumen abgegoltene Stundenzahl haben orthopädische Praxen in Trier eine Woche lang geöffnet. Zu diesem Mittel griffen auch norddeutsche Arztgruppen im letzten Jahr häufiger. Die Ärztezeitung berichtet heute:

(…) Der Orthopäde spricht sich für die Kostenerstattung aus, “und ich will keinesfalls, dass die kleinen Leute deshalb bluten müssen”, betont er. Nur sei die Kostenerstattung ein transparentes und faires System. “Da sieht man gleich wer viel und wenig verdient und warum”, so Hagedorn. Wer die Direktabrechnung kategorisch ablehne, der wolle nur die Intransparenz erhalten, “das ist bewusst so gewollt”, vermutet er.

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Sep 102009
 

Mit einer flächendeckenden Plakataktion in den Praxen zeigt die schleswig-holsteinische Ärzteschaft der Gesundheitspolitik die Rote Karte.

„Bei der Reaktion der Politik ist es kein Wunder,“ so Dr. Svante Gehring, Hausarzt in Norderstedt und Mitglied der ärztlichen Task Force: „Nach der Gelben Karte im Frühsommer folgt die Rote! Die Gesundheitspolitik ist uns in den letzten Jahren mit gestrecktem Bein in die ambulante Versorgung gegrätscht, sie lässt die Zerstörung der wohnortnahen Versorgung durch Haus- und Fachärzte zu.“

Für die meisten Menschen ist der Haus- und Facharzt um die Ecke so selbstverständlich, dass sie sich ihr Leben ohne gar nicht vorstellen können. „Das werden sie aber müssen“, so Gehring weiter, „wenn die Entwicklung so weitergeht. Es drohen lange Anfahrten, ewige Wartezeiten, Massenabfertigung durch wechselnde Ärzte in Krankenhäusern, wie es in anderen Ländern bereits Alltag ist. Dieses grobe Foul an den niedergelassenen Ärzten und ihren Patienten muss geahndet werden. Wir wollen dafür vor der Landes- und Bundestagwahl ein Bewusstsein schaffen.“

Die Ärzte fordern daher gesetzliche Regelungen zum Erhalt der ambulanten Versorgung. Dabei ist die Kernforderung der Niedergelassenen nicht ein höheres Honorar. Dazu Dr. Axel Schroeder, Vertreter der Fachärzte: „Das ist nur ein Aspekt – viel wichtiger ist die Abschaffung der Budgetierung, die nichts anderes ist als eine heimliche Rationierung von Leistungen – der eigentliche Grund für eine 2-Klassen-Medizin.“

Das Motiv der Plakate ist bewusst parteineutral gehalten, da es nicht darum geht, die Wahlentscheidung in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Das Plakat beschreibt die gegenwärtigen Probleme und fordert die Patienten auf, die Parteiprogramme zu lesen, mit ihren Kandidaten zu sprechen und auch die Umsetzbarkeit von Wahlversprechen zu hinterfragen. Denn: „Richtig wählen kann nur der, der auch weiß, was er wählt!“ so Gehring. „Ärzte haben jeden Tag 5% der Bevölkerung aller Alters- und Gesellschaftsschichten täglich in den Wartezimmern sitzen – dieses Forum nutzen wir.“

Die Plakataktion in den Wartezimmern der Haus- und Fachärzte Schleswig-Holsteins läuft ab sofort bis zur Bundestagswahl am 27. September. Die Auslieferung erfolgt per Labordienste – wenn Sie kein Plakat erhalten, können Sie auch zwei bei der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein abrufen, Telefon 04551 – 9999 – 0 oder kontakt@aegsh.de

Das Protestplakat fürs Wartezimmer

Das Protestplakat fürs Wartezimmer