ÄG Nord-Vorstandssprecher Dr. Klaus Bittmann nimmt Stellung zur immer wieder neu aufwallenden Diskussion über ärztliche Korruption – hier wird, obwohl Korruption und Kick-Back Geschäfte ohnehin zweifelsohne verboten sind, der Ruf nach neuen Gesetzen laut. “Es kann sein, dass ein neues Gesetz, so es denn formuliert wird, Klarheit schafft. Es kann aber auch sein, dass es überzogen wird und dass man ganz generell jegliche geschäftliche Tätigkeit die innerhalb der Ärzteschaft, in Netzen oder ärztlichen Organisationen stattfindet von vornherein als eine strafbare Handlung ansieht. Mein Wunsch ist, dass, wenn man denn meint, aus einem gewissen Hygienegefühl dieses noch mit einem extra Paragrafen im Gesetz zu verankern, dies eine realitätsnahe und nicht übermoralisierende Fassung bekommt, mit der man wirklich Klarheit schafft und nicht neue Generalverdächtigungen – denn das würde dazu führen, dass es überhaupt keine Unternehmungen mehr innerhalb der Ärzteschaft gibt, zu der wir ja aber gleichzeitig aufgefordert sind.”
Die KBV hat die Arbeitszeiten von Ärzten untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass sie zu wenig arbeiten – dieser Behauptung geht ÄG Nord Vorstandssprecher Dr. Klaus Bittmann in der aktuellen Folge nach: “Die Aussage, dass ein hoher Prozentsatz der Ärzte unter 20 Stunden die Woche arbeiten ist für sich gesehen überhaupt keine Aussage. Wir haben Ärzte die Teilzeit arbeiten – was gewünscht ist -, wir haben Ärzte die an verschiedenen Standorten oder in verschiedenen Praxen arbeiten, wir haben Ärzte die besonder schwerwiegende Fälle behandeln und von daher in ihrem Zeitraster ganz anders zu sehen sind als die, die in kurzer Zeit ihre Patienten behandeln.”
Klaus Bittmann widmet sich u.a. anlässlich des heutigen Weltfrauentages dem viel diskutierten Umstand, dass auch der Arztberuf immer weiblicher wird: “Wir alle wünschen uns, dass Frauen bessere Arbeitsbedingungen haben – denn unser Ärztemangel ist zum Teil auch darin begründet, dass Frauen nicht die Rahmenbedingungen haben, ihren Beruf gut ausüben zu können. Tendenzen sind inzwischen positiv – es gibt Krankenhäuser, die Kindergärten vorhalten und viele Bereiche in denen man mit Teilzeit oder flexiblen Arbeitszeiten Chancen bietet. Dieses muss nur weiter geführt werden!”
